Ernst August von Hannover – Provisorische Uniformjacke eines englischen Generals, Firmin & Son, ca. 1900

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Diese außergewöhnlich seltene provisorische Tunika oder Kutte, getragen von Ernst August (II.) von Hannover (1845–1923) in seiner Funktion als General der englischen Armee, ist ein bemerkenswertes Stück aristokratischer Militärkleidung des späten 19. bis frühen 20. Jahrhunderts. Die lange Tunika ist im englischen Stil geschneidert und besteht aus feinem schwarzem Tuch, mit schwarzen Samtmanschetten und einem schwarzen Samt-Stehkragen, der die schlichte Eleganz der Uniformen hochrangiger britischer Offiziere widerspiegelt.

Die Vorderseite zeigt zwei Reihen von je acht vergoldeten Knöpfen, von denen jeder die Insignien eines Generals der berittenen Artillerie trägt – gekreuztes Schwert und Kanone innerhalb eines Lorbeerkranzes. Die Rückseite der Knöpfe trägt die geprägte Herstellermarke „Firmin & Son Ld. London“, einem der angesehensten britischen Militärausrüster. Die Tunika ist mit schwarzem Tuch gefüttert, wobei die Ärmel mit weißer Seide abgeschlossen sind.

Ein historisch wichtiges Detail ist das originale Inventaretikett aus der königlichen Garderobe des Hauses Hannover, das am linken Revers befestigt ist. Es lautet (übersetzt): „Garderobe Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Cumberland, Herzog von Braunschweig und Lüneburg – Objekt“ mit handschriftlichen Zusätzen: „Provisorische Tunika Engl.“ und „Nr. 3“. Das Stück ist in sehr gutem bis ausgezeichnetem Zustand erhalten. Abgebildete Fotos sind nicht enthalten.

Historischer Kontext

Ernst August (II.) – Kronprinz von Hannover, 3. Herzog von Cumberland und Teviotdale sowie Herzog von Braunschweig und Lüneburg – war der einzige Sohn von Georg V., dem letzten König von Hannover. Nachdem Preußen das Königreich 1866 annektiert hatte, folgte er seinem Vater ins Exil nach Österreich, wo ihn Kaiser Franz Joseph I. als Oberst in die österreichische Armee aufnahm. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1878 erbte er die Herzogstitel. Königin Victoria ernannte ihn zum Ritter des Hosenbandordens und General der englischen Armee, wodurch seine Bindung an die britische Königsfamilie gestärkt wurde. Seine Weigerung, sich mit dem Haus Hohenzollern zu versöhnen, hielt die politischen Spannungen bis 1913 aufrecht, als sein Sohn Ernst August (III.) Prinzessin Viktoria Luise, Tochter von Kaiser Wilhelm II., heiratete. Ernst August (II.) verzichtete daraufhin zugunsten seines Sohnes auf seine Ansprüche auf das Herzogtum Braunschweig.

Provenienz

Sotheby’s – „Das Königliche Haus Hannover“, Schloss Marienburg, 29. September – 8. Oktober 2005.

Ein museales Kleidungsstück von außergewöhnlicher Seltenheit, ideal für Sammler von königlichen Memorabilia, europäischen aristokratischen Uniformen und der Militärgeschichte des 19. Jahrhunderts